Die kurdischen Juden sind bekannt für ihre reichhaltige Folklore. Kaum bekannt ist aber ihre Geschichte. Nach der Eroberung des Nordreiches Israel im 8.Jahrhundert BC kamen sie in das Gebiet des heutigen Kurdistan. Dokumentiert sind in etwa 100 Siedlungen und ein Königreich.

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Die kurdischen Juden in Israel pflegen ihr traditionelles Brauchtum. Im März feiern sie das kurdische Neujahrsfest mit Volkstänzen, Folklore und kurdischen Spezialitäten.

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Das  jüdische  Königreich Adiabene erstreckte sich im. 1. und 2.Jahrhundert in etwa auf dem Siedlungsgebiet der heutigen Kurden. Die damalige Hauptstadt Arbela heißt heute Erbil und ist Zentrum der kurdisch autonomen Region im Irak. Die genetische Nähe zwischen Kurden und Juden findet damit ihre historische Erklärung.

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Weitgehend unbekannt auch die tiefe Verbundenheit zwischen Kurden und Juden. Sie dauert seit 4.000 Jahren bis heute an.

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Zu Purim, dem jüdischen Karneval, lesen kurdische Juden klassische kurdische Gedichte vor. Oft sieht man sie auf kunstvoll verziertem Pergament. 

Shabat Slambouli studierte Ende des 19. Jahrhunderts Medizin in den USA. Die kurdische Jüdin symbolisiert die Besonderheiten der Kurden im Nahen Osten: 

  • Religiöse Toleranz

  • Zoroaster vor der Islamisierung

  • Gleichberechtigung der Frauen

  • Säkularer Lebensstil

 

Dieses gesellschaftspolitische Umfeld erlaubte den kurdischen Juden eine starke Identifizierung mit ihrer Heimat.

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Und heute

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Kurdische Juden im 19.Jahrhundert

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In ihrer langen gemeinsamen Geschichte mit dem kurdischen Volk lebten die kurdischen Juden in einer Art verwandtschaftlich-friedlich-freundlicher Beziehung. Gemeinsam wehrte man sich gegen umliegende Großmächte und die häufige Bedrohung der individuellen, spirituellen und kulturellen Freiheit.  

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Kurdische Judenen im 19. Jahrhundert

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Kurdischer Jude mit Karabiner und Gebetbuch

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Wir Juden haben ein langes Gedächtnis. Das friedliche Zusammenleben mit unseren kurdischen Nachbarn bleibt unvergessen. Erst recht erinnern wir uns an Irak 1941 und das Pogrom eines fanatisierten irakischen Mobs. Die irakischen Kurden boten ihren jüdischen Nachbarn und Freunden Schutz in ihren Dörfern. Später verhalfen die Kurden den irakischen Juden zur Flucht nach Israel. Israel ist seither ein treuer Verbündeter des kurdischen Freiheitskampfes.

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Ausbilder der israelischen Armee (r.) beim Training kurdischer Bauern. Ihr Dorf war zuvor mehrmals bombardiert worden.

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In der israelischen und kurdischen Gesellschaft sind gegenseitige Sympathie und Anerkennung fest verwurzelt. Im Bild eine durch die Medien bekannte israelische Soldatin, die als Freiwillige mit den kurdischen Peschmerga gegen den IS kämpfte.  

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Symbol der Verbundenheit kurdischer Juden in Israel mit ihrer früheren Heimat: Davidstern in kurdischen Nationalfarben.

Die israelische Sängerin Hadassah Yeshurun veröffentlichte einen Song, mit dem sie die Schaffung eines unabhängigen Kurdistan unterstützt.

Weltweit sieht man auf kurdischen Demos israelische Flaggen – und auf israelischen Demonstrationen kurdische Flaggen.

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