Die Juden Afghanistans lebten in den guten alten Vor-Taliban-Zeiten relativ unbehelligt. Allerdings umfassen diese "Zeiten" eine gewaltige Geschichte von 2.500 Jahren.

Nach der Eroberung durch arabische Heere wurden viele Juden gezwungen, zum Islam zu konvertieren. Das erklärt, warum mehrere Pashtunen-Clans in Afghanistan und Pakistan ihre Herkunft auf einen althebräischen Stamm zurückführen. Sie tragen Namen wie "Rubeni", "Gadi", "Ashuri", "Efridi" oder "Yousefzai". Etymologisch lassen sich darin unschwer althebräische Namen identifizieren wie "Reuven", "Gad", "Asher", "Ephraim" oder "Yosef".

Eine historische veritable Quelle stellt der bis heute in Afghanistan hoch verehrte   Freiheitskämpfer Khattak dar (1613–1689). In einem seiner Gedichte heißt es: „Niemand übertrifft die Paschtunen an Anmut. Sie gehören zur Familie des Propheten Jakob und den Ban („Söhnen“) Israel."

MIG_2003.jpg
MIG_2001.jpg

Die königliche Familie Afghanistans sah sich als Nachfahre von König Saul und dem althebräischen Stamm Benjamin.

MIG_2002.jpg

Heute sehen viele Stammesführer der Pashtunen ihre Identität bedroht. Zum einen durch den Einfluss saudischee Wahabiten, zum anderen durch die radikale Taliban-Ideologie.

Zu dieser Identität gehört ihre hebräische Herkunft. In den vergangenen Jahren bemühten sich Pashtunen deshalb „unter dem Radar“ um Kontakt mit Israel und jüdischen Gemeinden.

MIG_2004.jpg
MIG_2005.jpg

Logo der "Association of the Bani Israel from Afghanistan"

Jüdisches Mädchen

MIG_2007.jpg
MIG_2006.jpg

Seltene Aufnahme: Die Synagoge in Herat, 1975, also vier Jahre vor der sowjetischen Invasion.

Die kriegerische Tradition der jüdischen Stämme in Afghanistan wird in diesem Bild deutlich. Man(n) trägt Säbel oder Dolch. 

Zabolon Simantov. Der letzte Jude Afghanistans. Noch im 19. Jahrhundert waren es 40.000. Viele bildeten die gesellschaftliche Elite Kabuls. Heute leben die meisten in Israel und den USA. Die großen Migrationswellen wurden ausgelöst durch Zwangskonvertierungen, später wegen der Invasion Dschingis Khans, noch später mit der Verfolgung nach der Staatsgründung Israels und noch später mit der Invasion der Sowjetunion.

MIG_2008.jpg