Manfred Aaron revolutionierte 1928 die Stationssuche für den Rundfunk. Er entwickelte eine Skala, mit der sich die Stationen einfach ansteuern ließen. Dank dieser Skala wurde sein „Nora Rundfunkempfänger“ schlagartig zu einem Verkaufsschlager.

Manfred Aron wurde von den Nazis verhaftet und 1935 gezwungen, sein erfolgreiches Unternehmen an Siemens-Schuckert zu übertragen. In letzter Minute konnte er emigrieren. 

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Der Nora Rundfunkempfänger 

Siegmund Loewe entwickelte 1926 in Deutschland das erste Volksradio. Seine damals revolutionäre „Dreifachröhre“  und der günstige Preis verhalfen dem „Ortsempfänger OE 333“ zum Durchbruch in ganz Deutschland. Der promovierte Physiker gründete die "Radio AG D. S. Loewe". Nach dem Krieg ging daraus die Loewe AG in Kronach hervor.

 

1938 beschlagnahmten die Nazis seine Firma. Loewe musste in die USA emigrieren.

Emanuel Goldberg konstruierte 1921 mit der „Kinamo“ die erste Normalfilmkamera für Amateure. Der  Mitgründer von Zeiss Ikon leitete die Abteilung Reproduktionstechnik der Königlichen Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe in Leipzig.

Im 1. Weltkrieg diente er in der Reichswehr als Experte für Luftaufnahmen und erfand den sogenannten Micropunkt für geheime Botschaften.

Die Nazis zwangen Goldberg zur Emigration. Im 2. Weltkrieg setzte die Wehrmacht den Micropunkt für Spionage ein.

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Die Rumpler C1.

Edmund Rumpler. Der geniale Ingenieur  entwickelte 1903 die Schwingachse für Kraftfahrzeuge. 1908 baute Rumpler in Berlin die erste deutsche Flugzeugfabrik. 1912 konstruierte er in den „Rumpler Flugzeugwerken“ den ersten deutschen Flugmotor mit acht Zylindern (V8) und produzierte Flugzeuge für die Reichswehr, die im 1. Weltkrieg eingesetzt wurden.

Legendär und ihrer Zeit weit voraus waren Rumplers Automobile, darunter sein berühmter „Tropfenwagen“ mit einem damals sensationell geringen Luftwiderstand oder sein Lastwagen mit  herausragender Aerodynamik.

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Rumpler Tropfenwagen 

1939 entfernten die Nazis ein Modell des Tropfenwagens aus dem Deutschen Museum in München, verhafteten Edmund Rumpler und beschlagnahmten seine Fabriken. 1940 wurde Edmund Rumpler ermordet, Ermittlungen fanden nicht statt.

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Rumpler Lastwagen 

Noch einen „Vorsprung durch Technik“ 

für die deutsche Automobilindustrie schuf 1903 diese  Erfindung: Die Schwingachse von Edmund Rumpler. Sie brachte eine  fahrdynamische Verbesserung, vor allem bei  schneller Kurvenfahrt.

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Moritz Hermann von Jacobi aus Potsdam entwickelte 1834 den ersten Gleichstrom Motor und 1837 die Galvanoplastik. Beide Erfindungen  waren bahnbrechend für Antriebe von Maschinen und Fahrzeugen. Schon 1838 fuhr auf der Newa in Sankt Petersburg ein Elektroboot mit einem Jacobi-Motor.

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Drahtlose Telegrafie war nichts weniger als die Basis der gesamten Telekommunikation, wie wir sie heute kennen. Erfunden von Hermann Aron aus dem preußischen Kempen. Vorgestellt 1883 auf der Internationalen Elektrizitätsausstellung in Wien.

1884 erfand Aron ein Strommessgerät, mit dem die aufkommende elektrische Energie mengenmäßig kontrolliert werden konnte. Dieser Vorläufer des Stromzählers erlaubte die Gebäude-Elektrifizierung.

 

Nebenbei erfand er als Dozent der königlich-preussischen Artillerieschule ein modernes Geschütz mit Rücklauf.

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Nichts geht ohne Stahl – solange er nicht rostet. Dafür sorgt bis heute das metallurgische Verfahren von Benno Strauss aus Fürth.. „Edelstahl-Mann aus Franken“ nannte ihn die Bayerische Staatszeitung in einer Würdigung. Der rostfreie Stahl (Patent: NIROSTA) verhalf Krupp zu Millionengewinnen. Deutschland erlebte durch die Erfindung von Benno Strauss einen beispiellosen Durchbruch in Industrie, Chemie, Medizin, Architektur und in der Rüstung und überholte die englische Stahlindustrie.  

Strauss hatte eine deutschnationale Einstellung und weigerte sich zu emigrieren, bis ihn die Nazis verhafteten und im KZ Vorwohle 1944 umbrachten.

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Wahrlich ein Denkmal für sich verdient das Patent von Oskar Rosenfelder. 1929 erfand er in Deutschland das patentierte „Tempo“ Taschentuch aus reinem Zellstoff. Damit war Das Taschentuch nicht länger ein Utensil der "besseren Kreise". Es wurde „demokratisiert“ und schuf einen hygienischen und zivilisatorischen Qualitätssprung.

Die Nazis zwangen Rosenfelder, sein überaus lukratives  Unternehmen, die „Vereinigten Papierwerke Nürnberg,“ zu einem  symbolischen Preis an Gustav Schickedanz (Quelle) zu verkaufen und zu emigrieren.

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Licht aus dem Boden zauberte Abraham Schreiner. Jahrelang experimentierte er mit der ölhaltigen Erde seiner galizischen Heimat. Fast wäre er Opfer seiner Experimente geworden, als ein Versuchsbehälter explodierte und ihn ernsthaft verwundete.

 

1853 gelang ihm der Durchbruch, die Destillierung zu Petroleum. Die österreichische Eisenbahn wurde sein erster Kunde und Schreiner konnte eine Petroleum-Produktion aufbauen.

Er experimentierte weiter, baute Förderanlagen in Galizien auf und schickte sich an, den Weltmarkt für Petroleum zu erobern. Auf seine Produktionsstätte wurden aber  mehrere  Brandanschläge verübt, Abraham Schreiner musste aufgeben. Damit konnte sich die amerikanische Ölproduktion, die kurz darauf entstand, auf dem Weltmarkt durchsetzen.

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Abraham Schreiners Bohranlagen in Galizien, auf der die ölhaltige Erde gefördert wurde  

„Er läuft und läuft und läuft“  Aber wer brachte ihm das Laufen bei? Auch das wohl berühmteste Auto der Welt geht auf einen jüdischen Erfinder zurück (und eben nicht auf Porsche).

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Prototyp 1931

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Prototyp 1933

Josef Ganz entwickelte bereits 1928 das Konzept für ein viersitziges Auto für 1.000,- Reichsmark. 1930 baute er den ersten Prototyp. Der „Maikäfer“ begeisterte mit modernem Produktionskonzept, unkonventionellem Design, geringem Gewicht, luftgekühltem Heckmotor und sehr niedrigen  Herstellungskosten.

1933 sah Hitler das Auto in Berlin auf der Internationalen Automobilausstellung, fertigte eigenhändig Skizzen an und beauftragte 1935 Ferdinand Porsche mit dem Nachbau.

 

Der „Volkswagen“ war nichts anderes als eine Raubkopie des Maikäfers. Kurz danach erfolgte ein Anschlag auf Josef Ganz. Sein  Hund biss dem Attentäter ins Bein, Ganz überlebte, wurde aber von den Nazis verhaftet und gezwungen zu emigrieren.

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David Schwarz

Der Autodidakt verfolgte gegen viele Widerstände unbeirrt den Traum vom schwerelosen Fliegen. Dieser Traum ging 1895 mit seinem Aluminium-Luftschiff in Erfüllung.

Graf Zeppelin erwarb die Pläne für die  Konstruktion  von der Witwe des 1897 verstorbenen Visionärs.  

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Nostalgiker kennen das Logo mit dem Hund vor dem Trichter. Die erste Schallplatte und das erste Platten-Grammophon wurde von Emile Berliner erfunden und 1887 in Hannover patentiert. Dem zylinderförmigen „Phongraph“ von Edison war es im Klang überlegen. Mehr noch: Berliners Schallplatte ließ sich industriell reproduzieren. Dagegen hatte Edisons Zylinder keine Chance.

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Heinrich Hertz. Der Physiker aus Hamburg erbrachte den Nachweis, dass sich elektromagnetische Wellen wie Lichtwellen ausbreiten. 1886 gelang ihm erstmals die Übertragung von Radiowellen - die Voraussetzung für drahtlose Telegrafie und Radio. Seine Arbeit brachte der deutschen Industrie einen technischen Vorsprung.

Die Nazis entfernten alle Porträts des berühmten Professors und zwangen seine Witwe und ihre Kinder zur Emigration. Heute wird Heinrich Hertz weltweit auf Medaillen, in Museen und auf Briefmarken als einer der bedeutendsten Physiker des 19. Jahrhunderts geehrt.

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